publikationen von Bernhard Mosler

diskurs & Progress

Künstliche Intelligenz und persönliche Urteilsfähigkeit

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Bernhard Mosler

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Weshalb auch bei Verfügbarkeit künstlicher Intelligenz

persönliche Urteilsfähigkeit nicht vernachlässigt werden darf

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„Künstliche Intelligenz“ zu nutzen und diesbezüglich weitere Anwendungsfelder zu erschließen,  kann aus vielen Gründen attraktiv erscheinen.

Angenommen,  es würde weiterhin nur die erste Forschungsstruktur mit entsprechend inhaltlich befüllten digitalen Informationsnetzen zur Verfügung stehen.  Der Aufbau der zweiten Forschungsstruktur unterbliebe.  Dann bliebe den vielen an die digitale Welt angeschlossenen Menschen als situationsspezifische Laien verwehrt,  ihre persönliche Kompetenz unter komplexen Daseinsbedingungen mit dem digitalen Informationsnetz zweiter Struktur zu erhöhen.  Sie würden in ihrem Verhalten tendenziell häufiger ihre jeweiligen Absichten verfehlen.  Nähme die Komplexität weiter zu,  fänden Einzelne manche Resultate ihres Verhaltens eher noch unbefriedigender.

Angenommen,  damit wollte man sich nicht abfinden.  Als Antwort darauf würde jedem Menschen von Geburt an ein Instrument künstlicher Intelligenz zur Seite gestellt,  das ihm unter Berücksichtigung einiger digital einstellbarer persönlicher Wünsche vorgibt,  wie er sich verhalten soll.  Wie dieses Instrument seine Entscheidungen trifft,  in welchen Maßen es über die voreingestellten Wünsche hinaus Anliegen des Anweisungen Empfangenden mitberücksichtigt, würden einige wenige Personen bestimmen,  die sich für vorbildlich halten, oder disziplinärwissenschaftlich vorgebildete und interdisziplinär zusammenarbeitende Experten.  Allerdings  wäre deren persönliche Kompetenz zum Beurteilen einer spezifisch komplexen lebensweltlichen Situation und Entwicklung  nur in ausgeschnittenen Aspekten oder überhaupt nicht umfänglicherer als die entsprechende persönliche Kompetenz derjenigen,  die Anweisungen des mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Instrumentes befolgten.

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Einmal angenommen, ein Mensch befolgte ohne Kontrolle im eigenen Kopf die Anweisungen,  die ihm das Instrument künstlicher Intelligenz erteilte,  weil er sich nichts Vorteilhafteres vorzustellen vermag.  Er wäre überzeugt davon,  ohne den mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Assistenten in der Unübersichtlichkeit seiner gegebenen Verhältnisse schnell nicht weiter zu wissen und dann ziemlich kopflos umher zu irren.  Denn in selbstständigem Denken und Beurteilen seiner Lage hat er wenig Erfahrung.  Doch mit dem so weitgehenden Abhängigmachen von dem Lotsen mit der künstlichen Intelligenz ginge ein existenzbedrohendes Risiko für den Menschen einher.  .

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Um ihr existenzielles Risiko niedrig zu halten,  bräuchten die vielen Einzelnen ständig Zugang zu möglichst weitreichender persönlicher Kompetenz,  auch ohne Nutzung künstlicher Intelligenz im eigenen Kopf Entscheidungen in für ihre persönliche Existenz maßgeblichen Angelegenheiten treffen zu können.  Diese Möglichkeit eröffnete sich ihnen mit Recherchen im Informationsnetz zweiter Struktur.

 

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Künstlich intelligent erzeugte Verhaltensempfehlungen

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